Zweifelhafte Projekte

Basilea Airlines

Ein mehr als fragwürdiges Projekt wird 2003 publik: Kaderleute der ehemaligen Crossair wollen Basilea Airlines gründen und die Bedürfnisse des Wirtschaftsstandorts Basel mit Flugzeugen von Embraer und Airbus abdecken.

Unter dem Motto «Basel - wir kommen!» wird Ende September 2003 verkündet, dass alle finanziellen Mittel zugesichert sind und die Vorbereitungen für das Beantragen einer Betriebsgenehmigung auf Hochtouren laufen. Ende 2003 werde man mit einem Detailkonzept an die Öffentlichkeit gelangen. Nach einem halben Jahr Funkstille, im Frühjahr 2004, verlautete noch, dass «Gut Ding Weile haben will» und ein überzeugender, seriöser Businessplan mehr Zeit benötige.

Tatsache ist allerdings, dass Basilea Airlines nie gegründet oder in einem Handelsregister eingetragen wurde. Noch heute wird darüber gerätselt, ob Basilea Airlines überhaupt ein Airline-Projekt war, oder ob es sich um einen Scherz gehandelt hat.

geplante Flotte: 3 Embraer ERJ-145 (ntu) und 2 Airbus A320 (ntu)

Werner Soltermann
  

ES Air Cargo

Im September 2003 wird bekannt, dass eine aus deutschen und westafrikanischen Staatsbürgern bestehende Investorengruppe am EuroAirport unter dem Namen ES Air Cargo eine neue Fracht-Airline gegründet hat.

ES Air Cargo plant ab Winterflugplan 2003/04 mit zwei in den USA erworbenen und im Niger eingetragenen Douglas DC-8-73F drei- bis fünfmal wöchentlich ab dem EuroAirport nach Zeilen in Westafrika zu fliegen. Während ausgehend hauptsächlich Handelsgüter aller Art transportiert werden sollen, würden die Rückflüge mit frischen Früchten und Gemüse ausgelastet. Für die Zubringerdienste von und nach dem EuroAirport wurde die Rhenus-Alpina-Tochtergesellschaft Cargologic nominiert. 
Die Pläne sehen vor, ab Ende 2003 oder Anfang 2004 mit einer weiteren Maschine auch andere Gebiete, wie Asien zu erschliessen. 

Weil kurz vor der Betriebsaufnahme einer der Hauptinvestoren aus dem Projekt aussteigt, müssen jedoch alle bereits geplanten Flüge ab dem EuroAirport und ab London-Gatwick nach Lagos, Accra und Niamey annulliert werden. Da sich keine neuen Geldgeber finden lassen, wird das Projekt Ende 2003 aufgegeben, obwohl bereits Leasingverträge für die benötigten Flugzeuge abgeschlossen waren.

Geplante Flotte:
5U-...                  Douglas DC-8-73F                     (ntu)
5U-...                  Douglas DC-8-73F                     (ntu)

Werner Soltermann
  

City Air Link

City Air Link ist eines der zahlreichen Projekte für eine neue Regionalfluggesellschaft. Mit mehreren ATR 42-500 soll sie im Herbst 2004 ab dem EuroAirport starten. Initianten sind zwei ehemalige Flugkapitäne der Crossair. Das vorgesehene Streckennetz sieht Destinationen wie London-City, Brüssel, Florenz und weitere vor. Doch bleibt auch diesem Projekt die Realisierung versagt, wohl aus finanziellen Gründen.

geplante Flotte: 3 ATR 42-500 (ntu)

Markus Seiler / Werner Soltermann
  

Connect European Airline

Auch Connect European Airline ist eines der nicht realisierbaren Airline-Projekte nach dem Zusammenbruch des Swissair-Konzerns. Ende April 2004 stellen die Initianten das ambitionierte Projekt der Oeffentlichkeit erstmals vor. Unter der Leitung des Belgiers Willy de Maeyer, Direktor des European Aeronautical Institute, und des ehemaligen Crossair- und Swiss-Piloten Marco Lorenzetti soll der Betrieb auf den Winterflugplan 2004/05 hin mit drei ATR 42-500 und später mehreren Fokker 100 ab dem EuroAirport und Bern-Belp aufgenommen werden. Ein Investor werde rund CHF 30 Millionen in das Projekt einbringen.

Mit drei Flugzeugen und rund 100 Angestellten sind Tagesrand-Verbindungen nach London-City, Antwerpen, Wien, Düsseldorf und Amsterdam vorgesehen. Weitere Destinationen wie Bordeaux, Bilbao, Pula, Venedig, Florenz, Olbia und Prag sollen als Mittags- und Weekendverbindungen angeboten werden. In der Nacht sollen die ATR 42-500 als Expressfrachter ab der Schweiz und Belgien operieren.

Bereits Mitte Mai 2004 teilt das Unternehmen mit, dass die CHF 30 Millionen noch nicht gesprochen seien und man zuerst mit nur einer Maschine und weniger Kapital ab Bern-Belp nach London-City und Antwerpen an den Start gehen würde. Zudem sei eine enge Zusammenarbeit mit einer in Genf in Gründung stehenden Fluggesellschaft vorgesehen, welche ab Frühjahr 2005 Fokker 100 ab Genf und auch ab dem EuroAirport operieren werde.

Ein letztes «Lebenszeichen» von Connect European Airlines vom September 2004 besagt, dass sie im März 2005 definitiv mit drei ATR 42-500 ab dem EuroAirport starten will. Nicht ganz unerwartet endet das Projekt nur wenige Wochen später, am 7. Oktober 2004, mit der Publikation, dass Connect European Airline durch «Auflösung von Amtes wegen» aus dem Handelsregister des Kantons Basel-Stadt gelöscht und liquidiert werde.

geplante Flotte: 3 ATR 42-500 (ntu) und 2 Fokker 100 (ntu)

Werner Soltermann
  

Serenity Wings

Ende Oktober 2008 wird bekannt, dass der ehemalige Crossair-Flugkapitän Marc Müller an der Gründung einer neuen Fracht-Airline arbeitet, welche ab dem EuroAirport Langstreckenziele bedienen soll.

Serenity Wings soll mit der US-amerikanischen World Airways bereits eine Vereinbarung über eine Boeing 747-400F abgeschlossen haben, welche im Wet Lease dreimal pro Woche ab dem EuroAirport nach den USA und zweimal nach Tel Aviv operieren soll. Für Flüge nach dem Fernen Osten und China werde zeitnah eine McDonnell-Douglas MD-11F übernommen. 

Das ganze Projekt wird nie verwirklicht und die bereits bestehende Website des Unternehmens bald darauf abgeschaltet.

Gepante Flotte:
N…..        Boeing 747-400F                   (ntu)
N…..        McDonnell Douglas MD-11F    (ntu)

Werner Soltermann