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SATT
Anfangs 1977 gründeten einige Hotelbesitzer auf den französischen Antilleninseln Guadeloupe und Martinique die Société Antillaise de Transport Touristique (SATT). Als Geldgeber konnte auch die in Mulhouse ansässige Association Le Point und deren Präsident Maurice Freund gewonnen werden. Le Point ist zu dieser Zeit eine genossenschaftlich organisierte Jugendorganisation, die auch den Gedanken der Entwicklungszusammenarbeit pflegt.
Als Reiseveranstalter tritt Le Point bereits seit 1974 auf und organisiert auch eigene Charterflügen mit der Balair und der Genfer SATA, hauptsächlich ab Zürich, nach Zielen in Westafrika und Lateinamerika. Von 1974 bis 1977 sind die Passagierzahlen von anfänglich 3000 pro Jahr auf das Zehnfache gestiegen.
So ist es eigentlich nur logisch, dass nun Le Point die meisten Charteraufträge an die neue SATT vergibt, die inzwischen mit einer Boeing 707-321B aus Beständen der PanAm den Betrieb aufgenommen hat.
Am 8 Juli 1978 landet SATT erstmals auf dem Flughafen Basel-Mulhouse und fliegt im Auftrag der SATA Gastarbeiter nach dem spanischen Santiago de Compostela. Für 1979 plant SATT gegen 80 Flüge ab Basel-Mulhouse und Paris-Orly nach Lima, welche von den Behörden auch genehmigt werden. Und die Airline erhält tatsächlich die Bewilligung für Flüge ab Basel-Mulhouse nach Pointe-à-Pitre und Guatemala-City sowie von Pointe-à-Pitre nach Caracas und nach allen europäischen Destinationen ausserhalb Frankreichs.
Damit hat SATT ein erstes Ziel erreicht, nämlich das Brechen des seit Jahren bestehenden Monopols der Air France für Flüge ab Europa und Lateinamerika von und nach den Französischen Antillen. Bereits im Winterhalbjahr 1978/79 fliegt SATT ab Basel-Mulhouse neben Pointe-à-Pitre und Lima aber auch Marrakech an. Auf den Langstreckenflügen muss sie allerdings wegen der noch zu kurzen Hauptpiste jeweils in Lissabon eine technische Zwischenlandung einlegen. Nach der Inbetriebnahme der auf 3900 Meter verlängerten Start- und Landebahn des Flughafens Basel-Mulhouse erfolgt am 2. Januar 1979 der erste direkte Langstreckenflug der SATT nach Pointe-à-Pitre.
Auf die Sommersaison 1979 beschafft SATT mit der F-OGIW eine zweite Boeing 707-321B und bietet folgende Wochenprogramm an:
| Montag | Basel-Mulhouse – Lima – Mexico-City |
| Dienstag | Basel-Mulhouse – Lima |
| Mittwoch | Paris-Orly – Lima |
| Samstag | Basel-Mulhouse – Pointe-à-Pitre Basel-Mulhouse – Genf – Pointe-à-Pitre |
| Sonntag | Basel-Mulhouse – Athen Beauvais – Athen Brüssel – Pointe-à-Pitre |
Ab Mitte Oktober 1979 fliegt SATT auch für Imholz Reisen ab Zürich-Kloten nach Pointe-à-Pitre und im Dezember finden mehrere Flüge zwischen Basel-Mulhouse und Dakar statt, aus verkehrsrechtlichen Gründen allerdings mit Flugnummern der Air Senegal.
Bald einmal wird SATT durch unzufriedene Kunden, die ihre Aufträge stornieren, in eine Krise gestürzt. Sogar Maurice Freund zieht seine finanzielle Beteiligung am Unternehmen zurück. Wegen ausstehenden Rechnungen (Landetaxen und Treibstoff) lässt die Direktion des Flughafens Basel-Mulhouse am 8. März 1980 beide Maschinen an die Kette legen. Die Behörden gewähren SATT zwar eine dreimonatige Sanierungsfrist, doch belaufen sich die Schulden bereits auf über 35 Millionen französische Francs. Mitte Juni tritt zudem das gesamte Personal in einen Streik. Damit ist das Ende der SATT gekommen. Die Flüge nach den Französischen Antillen übernimmt in der Folge wieder die staatliche Air France ab Paris-Orly, und Balair übernimmt ab Zürich-Kloten die Flüge nach Lima.
Flotte:
| F-OGIV | Boeing 707-321B | Juni 1978 bis Juni 1980 |
| F-OGIW | Boeing 707-321B | Juni 1979 bis Juni 1980 |
Werner Soltermann