Wm. Müller & Co.

Die seit 1944 als Aktiengesellschaft firmierende Wm. Müller & Co. Basel, Generalagent (Passagen) der Pan American World Airways, reichte am 9. Mai 1946 beim Eidgenössischen Luftamt ein Gesuch um Erteilung der Betriebsbewilligung für den gewerbsmässigen internen Luftverkehr in der Schweiz ein. Als Begründung für diesen Schritt führte sie an, sie habe sich seit jeher mit besonderer Vorliebe dem Luftverkehr gewidmet und werde sich mit Gewissenhaftigkeit und Freude dafür einsetzen.

Im Begleitschreiben zum ergänzten Gesuchsformular wies die Wm. Müller & Co. AG darauf hin, sie sei bereits Generalagent einer französischen und fünf englischer Fluggesellschaften, möchte jedoch diese Aktivitäten auf eigene Rechnung weiterführen. Daher erwarte sie vom möglichst bald einen definitiven Entscheid über ihr Gesuch.

Als Betriebszweck nannte sie den Gelegenheitstransport von Waren und Personen, Krankentransporte sowie die Schädlingsbekämpfung aus der Luft. Für die Taxiflüge plante das Unternehmen einen einmotorigen Hochdecker des französischen Typs Secan SUC-10 Courlis und später zusätzlich eine Beech 35 Bonanza einzusetzen Für die DDT-Versuche würden anfänglich zwei Piper Cub J3C benützt. Als Betriebsbasis war der Flugplatz Basel-Birsfelden auf dem Sternenfeld in Birsfelden vorgesehen.

In seinen Antwortschreiben bemängelte das Luftamt insbesondere, dass die Wm. Müller & Co. AG als Chefpiloten, wie auch als Chefmechaniker, Personen vorsah, die bereits bei der Basler Sektion des Aero-Club der Schweiz arbeiteten. Das Amt bestand darauf, dass sowohl der Pilot als auch der Technische Chef über einen festen Anstellungsvertrag beim Flugunternehmen verfügen müssten. Da die Firma kurzfristig keine Lösung fand, beschloss sie, erst wieder auf ihr Gesuch zurückzukommen, wenn diese Punkte gelöst seien.

Weil auch der Flugplatz Basel-Birsfelden nur noch für eine beschränkte Zeit benutzbar war, schien die Wm. Müller & Co. A.G. das Projekt einer eigenen Fluggesellschaft danach begraben zu haben. Neben ihren Anfragen vom November 1947 betreffend des Einsatzes von Handley Page Halifax und vom Januar 1948 zum Betrieb von Douglas DC-4, durch noch zu gründende schweizerische Gesellschaften, konzentrierte sich ihre Tätigkeit auf die Organisation von Frachtcharterflügen.

Flotte:

HB-    Secan SUC-10 Courlis (ntu)
HB- Beechcraft 35 Bonanza (ntu)
HB- Piper J3C Cub (ntu)
HB- Piper J3C Cub (ntu)

Markus Seiler, Daniel Ruhier, Werner Solterman