Pressekonferenz von Air Sea Service
1975
Im Handelsregister Basel wird am 20. Mai 1974 die neue Einzelfirma Air Sea Service Furrer eingetragen. Mit dem im Oktober abgelieferten englischen Kleinverkehrsflugzeug Britten Norman BN-2A Islander für neun Passagiere will der Firmeninhaber den schweizerischen Regionalluftverkehr neu erfinden.
Kurzfristig lädt Air Sea Service zur Pressekonferenz am 19. März 1975 im Hotel Flughafen Bern-Belp ein. Als jüngster Mitarbeiter der Sektion Gewerbsmässige Luftfahrt des Bundesamtes für Zivilluftfahrt BAZL bin ich dazu auserkoren, mich über das vom Luftamt als zweifelhaft beurteilte Vorhaben zu informieren. In himmelblauer Lederjacke mit Pilotenabzeichen stellt der Unternehmer sein Projekt einer werktäglichen Tagesrandverbindung von Bern nach Paris vice versa vor.
Die anwesenden Vertreter aus Wirtschaft und Tourismus äussern sich skeptisch über den ab Ende April vorgesehenen, versuchsweisen Linienbetrieb. Bei einer Reisegeschwindigkeit von 260 Stundenkilometern benötigt das zweimotorige Kolbenmotorflugzeug ohne Druckkabine für die Strecke Bern–Paris knapp drei Stunden. Wegen mangelnder Unterstützung in Bern wird das Projekt stillschweigend begraben.
Ab Sommer 1976 fliegt Air Sea Service nach Bedarf flugplanmässig zwischen Basel und Luxemburg. Die enge Kabine soll Passagieren etwa erlaubt haben, dem Piloten den Flugweg nach Basel zu zeigen. Mit der am 23. Mai 1978 erteilten Konzession zum Betrieb der Linie Basel–München gelingt es der Basler Fluggesellschaft doch noch, als Erste das Monopol der Swissair im internationalen Linienverkehr zu knacken.
Daniel Ruhier